Sportliches Kleidungsstück oder legere lockere bequeme Hose für zu Hause. Kann eine Jogginghose überhaupt Mode sein? Sie war es schon immer. In den achtziger Jahren war sie das Symbol für Fitness und Aerobic. Wer eine Hose mit den drei Streifen trug, war in Bewegung. Kaum galt die Jogginghose als allgemein anerkannt, wurde sie zum Symbol für das Gegenteil. Denn in einer Trainingshose konnte man auch sportlich aussehen, ohne sich überhaupt zu bewegen. So wurde die Sporthose zum Wahrzeichen der Bequemlichkeit. Jogginghosen trugen Menschen, die sich nicht bewegen wollten. Zumindest nicht weg vom Fernseher. Wer mit Jogginghose herumlief, teilte mit, dass er nicht viel Wert darauf legte, was andere von ihm hielten.
Das wiederum machte die Jogginghose auch zum Bestandteil der Hip-Hop-Szene. Deren Mitglieder zeichneten sich dadurch aus, dass sie sich jeder bürgerlichen Konvention entzogen und im Gegenteil den Look der Straße pflegten. Mittlerweile hat die Szene längst verstanden, dass man seinen Sonderstatus viel besser in schicken Anzügen feiern kann. Nur eines ist sie nicht mehr: entspannt. Denn leider lässt sich heute nicht mehr so einfach unterscheiden, ob jemand die Trainingshose aus modischem Bewusstsein auf der Straße trägt oder weil ihm vor dem Fernseher klar geworden ist, dass ihm was fehlte. Wer eine Jogginghosen trägt, muss folglich umso mehr auf die Kombination achten. Wenn das lässige Kleidungsstück mit einem sportlichem T-Hirt zum Training getragen wird, sieht dies sportlich aus, trägt man es zu einem anderen schluffigen Teil, sieht man schnell aus wie jemand, der nicht die letzte Mode am Leib trägt, sondern eher wie jemand, der noch nie etwas von Mode gehört hat. So ist die früher einmal lockere Hose heute das anstrengendste Kleidungsstück überhaupt.